Donnerstag, 1. Juli 2010

Connecting People

Seit Dienstag wurde nicht nur unser Vorgarten auf links gedreht, sondern das ein oder andere Mal auch unsere gute Laune. Wir hatten ja vorher schon befürchtet, dass beim Thema Hausanschlüsse nicht alles glatt gehen kann. Was wir aber dann tatsächlich erlebt haben, hatten wir dann so doch nicht erwartet.

Obwohl am Dienstagabend noch alles so toll aussah. Wir kamen zum Grundstück und Strom-, Trinkwasser-, Telefonanschluss: Alles fertig! In Leopoldshöhe läuft nämlich dies alles kombiniert über die Firma Heidschuster und der gute Mann war offensichtlich sehr fleißig gewesen.

Außen sah man einzig und allein eine magentafarbene Markierung zum HWR führen.


Und auf der anderen Straßenseite war noch eine kleine Absperrung, hinter der sich ein kleines Loch mit freiem Blick auf die darin befindlichen Leitungen befand.



Im HWR fanden wir dann den Wasseranschluss inklusive Wasseruhr.


Das Coole ist, da kommt tatsächlich schon Wasser raus! Jedenfalls bediente man sich heute schon fleißig daraus. Aber dazu später.

Diesen Anblick werden wir wohl leider nie wieder sehen. ;)


Unter unserem Sicherungskasten sitzt jetzt noch ein neuer kleiner „Hausanschlusskasten“.



Nicht nur frei zugänglich, sondern frei und zugänglich. =D

Die NIBE tuckerte auch noch fröhlich vor sich hin.


Das sah doch alles schon sehr gut aus und wir waren angenehm überrascht. Sollten die Hausanschlüsse etwa doch schmerzfrei über die Bühne gehen?!

Wir wurden unsanft eines Besseren belehrt, als wir uns am nächsten Morgen (also Mittwoch) mit der Firma Hermann Peitz aus Gütersloh und unserem GaLa-Bauer um 8 Uhr am Grundstück trafen, um die letzten Details bzgl. der Platzierung unserer Abwasserpumpe, des Regenwassersammelschachts und der Regenrohre zu klären. Bzw. wir wollten uns um 8 Uhr treffen. Firma Peitz kam nämlich erst mal nicht, sondern ließ sich noch ca. 20 Minuten Zeit. Was uns leider nicht gänzlich überrascht hat, weil wir bzgl. Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit schon negative Erfahrungen mit dieser Firma gemacht haben. Auf das erste Angebot von ihnen mussten wir nämlich ca. 6 Wochen warten. Auf Antworten auf E-Mails und Rückrufe haben wir auch teilweise wochenlang gewartet. Wir waren also voreingenommen und hatten deswegen schon eine gewisse Grundgenervtheit. Von Viebrock waren sie uns vermittelt worden, weil sie sehr ordentliche Arbeit leisten. Das stimmt auch, soweit wir das als Laien beurteilen können, aber mit der Planung bzw. Organisation haben wir keine guten Erfahrungen gemacht.

Ein Beispiel hierfür: Wir hatten auf diesen Termin gedrängt. Laut Firma Peitz wäre doch alles klar und sie wüssten ja, was sie zu tun hätten. Woraufhin Paddy nur zurückfragte, ob sie denn z. B. wüssten, wie die Regenleitungen genau verlegt werden sollten. Äh…… nö. Wer weiß, was noch alles passiert wäre, wenn wir uns nicht an diesem Morgen getroffen hätten!

Wer aber schon vor Ort war, war Herr Heidschuster, der letzte kleine Arbeiten verrichtete. Die Absperrung und das Loch waren schon verschwunden.

Paddy kannte Herrn Heidschuster schon vom Telefon und meinte, dass er ein ziemlich lustiger Zeitgenosse wäre. Und das stimmte auch. :)

Hier sieht man ihn im Bagger.


Und hier zieht er noch mal die Markierung nach. :)


Die Erklärung für diese Markierung gab es übrigens in Papierform:


Auch schon vor Ort war natürlich Herr Knittel. Er ist noch niemals unpünktlich gewesen. Im Gegenteil: Er war schon vor uns da! Er hat an diesem Tag auch unsere Pflastersteine bestellt, die am 14.07. geliefert werden. Toll, dann geht es auch schon bald mit dem Pflastern los! :)

Zwischendurch kamen auch noch mal zwei Handwerker vorbei, die wohl mit dem Trinkwasseranschluss zu tun hatten (so stand es jedenfalls auf ihrem Fahrzeug) und Herr Heidschuster und sein Mitarbeiter besprachen mit den beiden noch kurz irgendetwas.


Blue Man Group. ;)

Gegen 8.20 Uhr fuhr dann Firma Peitz vor.


Herr Knittel nahm sich der beiden Mitarbeiter gleich an und besprach mit Ihnen noch mal die Details bzgl. der Platzierung der Abwasserpumpe und wo er den Regensammelschacht hinsetzen würde. 


Zwar hatte die Firma schon vor längerer Zeit eine detaillierte und bemaßte Skizze erhalten, aber sicher ist sicher. Zu diesem Zeitpunkt war irgendwie noch alles klar und Herr Knittel verabschiedete sich.

Inzwischen war auch schon unser Bauleiter eingetroffen, denn mittwochs ist er ja immer vor Ort. Zu unserem Glück! Denn auf einmal stellte Firma Peitz fest, dass unser HWR ja links ist. Das hätte man ja nicht gewusst! Unsere Abwasserpumpe aber war für rechts im Versickerungsgebiet eingeplant. Auf einmal hörten wir, dass ja dann der Weg zum HWR viel zu weit wäre. Zudem waren uns nur 8 m Verrohrung angeboten worden, jetzt aber 14 m notwendig. Und bei dieser Entfernung wäre zudem ein zusätzlicher Außensteuerkasten notwendig. Zudem befürchtete man über diese Entfernung auch Probleme mit der Pumpe. Und ein Stromanschluss fehlte auf einmal auch noch. Das alles wurde uns auf eine Art und Weise mitgeteilt, als ob wir diejenigen waren, die sich diese tolle Lösung ausgedacht hätten. Da waren wir schon ein wenig sprachlos.

Denn: Wir hatten uns mit Sicherheit nicht diese Platzierung ausgedacht, sondern das war Herr D. von Viebrock, der sich um unsere Bauantragsstellung gekümmert hat und mit dem wir ja sehr viel „Spaß“ hatten. Und: Peitz hatte unseren Grundriss seit November 2009 und die Entwässerungspläne mit eingezeichneter Abwasserstation seit Februar oder März 2010. Im Entwässerungsplan ist zwar nur der Hausumriss aufgezeichnet, man sieht aber deutlich, dass alle Leitungen von links an das Haus heranführen, da kann man sich dann wohl schon denken, dass dort der HWR ist. Und wie schon gesagt: Sie hatten unseren Grundriss schon seit November!

Peitz hat sich auch nachher selbst entlarvt, weil nämlich einer der beiden eine Mappe raus kramte, in welcher alle Unterlagen waren. Änderte nur nichts an der Situation! Was also tun?!

Kurzerhand wurde die Abwasserpumpe also nun nach links vors Haus verlegt und somit unter den Carport. Man sagte uns, dass der Deckel befahrbar ist. Also alles kein Problem. Zwar hätten wir den Deckel lieber im bepflanzten Versickerungsgebiet verschwinden lassen, aber dann ist er nun wenigstens dort halbwegs verborgen. Diese Positionierung erspart uns erstens zusätzliche Kosten für eine weitere Verrohrung, einen hässlichen Außensteuerkasten, der dann ja auch irgendwo vorne am Grundstück gewesen wäre, zudem die erwähnten möglichen Probleme in der Funktionalität aufgrund der Entfernung. Die Pumpe schlägt wohl gerne mal aufgrund von zu viel Kondenswasser an, was sich über größere Strecken natürlich mehr ansammelt.

Was ja auch noch fehlte, war eine Stromleitung. Wieder wurden wir als die Schuldigen hingestellt, warum diese denn nicht da wäre. Äh ja… Liebe Firma Peitz. Wir haben Dir gesagt, was wir brauchen. Nämlich die Pumpe etc. Dann musst Du uns nicht nur sagen, was Du für uns machst, sondern auch, was wir für Dich tun sollen bzw. was Du vorfinden musst, damit Du Deine Arbeit verrichten kannst. Klar ist das logisch, wird jetzt jeder sagen, dass die Pumpe Strom braucht. Auch bei Viebrock hätte das „jemandem“, der für die Planungen zuständig war, auffallen müssen, oder?

Dann hörten wir auf einmal, dass Firma Peitz in den HWR bohren muss. Denn den großen Außensteuerkasten bräuchten wir zwar nicht, dafür aber sowieso immer einen kleinen Innensteuerkasten. Wäre gut gewesen, das vorher zu wissen. Denn dann hätte man entsprechend alles vorbereiten können. Die Jungs hätten auch nicht selbst in den HWR bohren müssen und man hätte das sowieso alles besser machen können, als der Estrich noch nicht drin war und man viel besser gesehen hat, wo denn da überall Leitungen sind. *argh* Zudem mussten wir auch erst mal schauen, wo denn der blöde Kasten auch noch hin passt, denn von der Photovoltaik kommt auch noch irgendwas in den HWR. Hervorragend!!

Herr O. – wie immer die Ruhe selbst, es ist einfach nur bewundernswert – zauberte dann mal eben Bilder des Leitungsverlaufs herbei. Das Ganze ging dann noch eine Weile hin und her und man einigte sich schließlich darauf, etwas höher durchzubohren, um keine Leitungen im Boden zu beschädigen. Würde dann zwar nicht so schön aussehen, aber auch egal. Es ist nur der HWR. Und bevor die uns den Estrich wieder aufreißen müssen, ist uns diese Lösung 1.000x lieber.

Beschäftigt hat uns dieser ganze Kram bis 09.45 Uhr, also fast 90 Minuten!! Zwischendurch meinte der eine Peitzmitarbeiter halb fragend, dass wir ja sowieso noch vor Ort wären. Da bin ich (Rina) doch ein bisschen sauer geworden und habe ihn „freundlich“ darauf aufmerksam gemacht, dass ich heute schon noch zur Arbeit wollte!*grmbl*

Nachdem dieses Elend dann aber endlich geregelt war, zogen wir von dannen. Der vermeintliche Frieden währte aber nicht lange. Bevor wir aber vom nächsten Desaster berichten, hier noch ein paar Fotos von den morgendlichen Arbeiten. Das war das einzig Gute daran, dass wir so lange vor Ort waren. Fotos, Fotos, Fotos. ;)

Hier werden die dicken Rohre vom Anhänger gehoben, die unter unsere Überfahrt kommen (und darunter eben den Seitengraben verrohren).



Und hier schwebt der Schacht unserer Abwasserpumpe durch die Lüfte. Zunächst noch nach rechts. :P


Unser Baustellenwiki, Herr O., das allwissende Lexikon, erklärte uns übrigens an diesem Tag noch, warum diese kleinen Stäbchen im Estrich stecken. Wir wussten natürlich schon, dass sie etwas mit der Feuchtigkeitsmessung zu tun haben. Heute hörten wir, dass sie genau dort sitzen, weil dort ein „leitungsfreier Bereich“ sei. Das ist wichtig zu wissen, denn bei einer professionellen Feuchtigkeitsmessung (CM-Messung) wird nämlich ein faustgroßes Loch in den Estrich geschlagen. Und dann wäre es natürlich vorteilhaft, wenn man keine Leitungen trifft. :) Wir werden aber nur eine „normale“ Feuchtigkeitsmessung durchführen lassen, aber falls irgendjemanden die CM-Messung interessiert, u.a. hier ist es genau beschrieben: www.feuchteklinik.de/loesungen/feuchtemessung/cm-messung.html.

Abends rief dann unser Ansprechpartner Herr K. von Peitz an. Paddy war dran. Ein wenig süffisant begann er das Gespräch von wegen „Da sind Sie jetzt aber bestimmt enttäuscht, dass die Pumpe jetzt doch nicht dahin konnte, wo sie sie hin haben wollten, oder?“ Weiterhin belehrte er Paddy, dass das ja auch sowieso gar nicht gegangen wäre, weil der HWR ja nun mal links wäre. Ganz schön frech! Paddy meinte daraufhin, dass wir uns diese Position nicht ausgedacht hätten, sondern Viebrock. Und aufgrund dieser Zeichnung wäre ja auch das Angebot von Peitz erstellt worden! (Aber dann ja auch damals schon falsch, weil mit zu gering eingerechneter Verrohrung, obwohl unser Grundriss vorlag!)

Herr K. meinte dann, Paddy ins Wort fallen zu müssen und sagte, unser GaLa-Bauer hätte ja die Position bestimmt. Paddy ließ sich aber nicht das Wort abschneiden und meinte, dass er ihn bitte aussprechen lassen soll. Er erklärte nochmals, dass die ursprüngliche Position der Pumpstation von Viebrock bestimmt wurde. Der GaLa-Bauer hat lediglich die Position exakt eingemessen und festgelegt, damit sie nicht in der Pflasterfläche, sondern in unserem Versickerungsgebiet positioniert wird.

Zudem erfuhren wir noch von einem weiteren Problem: Die Pumpe muss an die öffentliche Druckrohrleitung angeschlossen werden. Da diese Leitung aber auf der anderen Straßenseite liegt und somit auf öffentlichem Grund, dürfe Peitz das nicht machen! Herr K. wollte sich nun mit der Stadt in Verbindung setzen, um zu klären, ob er hierfür die Genehmigung bekommen würde, und uns dann hierfür noch ein Angebot schicken.

Der Witz an dieser Sache ist: Im Entwässerungsplan, der sowohl Peitz als auch der Stadt vorliegt, ist die Druckrohrleitung eingezeichnet und hieraus hätte man schon erkennen müssen, dass der Anschluss außerhalb unseres Grundstücks liegt und Peitz das folglich nicht machen kann. Und schon damals (vor 4 Monaten!) hätte man uns einen deutlichen Hinweis geben müssen, dass wir da etwas zu tun haben.

Später waren wir dann noch mal beim Grundstück, um zu sehen, was sich denn heute noch alles getan hatte.

Unser Vorgarten war schon gut umgepflügt worden und der Versickerungsgraben inzwischen wieder komplett freigelegt.


Die Abwasserpumpe saß auch an ihrem neuen Platz.


Obwohl uns die Platzierung auch schon wieder halb den Kopf schütteln ließ, weil sie 1-2 m von der Stelle, die wir besprochen hatten, entfernt saß. Aber da sie noch unterm Carport und nicht in der Nähe von dessen Fundamenten ist, soll uns das egal sein.

Die Fallrohre waren auch schon „verrohrt“.


Ansonsten stapelte sich aber noch jede Menge Material auf dem Grundstück, d.h. Peitz hatte noch Einiges zu tun. Angekündigt war mal von Herrn K., dass das Ganze einen Tag dauern würde. Da aber neben den Arbeiten für Schmutz- und Regenwasser auch noch die Verrohrung über den Straßengraben mitgemacht wurde, dauert es halt ein wenig länger.


Das Dixi war auch ganz schön in Schieflage geraten. ;)


Mit diesem Anblick ging der Tag dann seinem Ende zu und wir konnten nur hoffen, dass der Donnerstag entspannter ablaufen würde.

5 Kommentare:

  1. ohh man da kann man ja nur sagen: TIEF DURCHATMEN!!!!!

    Und dann sagen: Irgendwann werden die es auch schaffen und ihr müsst die nicht wieder sehen *g

    Aber es geht zumindest voran - auch wenn es langsam ist und nicht gerade streßfrei :)

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  2. Meine Güte! Das wäre ja mein persönlicher Albtraum. Da würde ich auch gewaltig explodieren. Unfassbar.
    Vielleicht sieht man dabei aber auch den Vorteil mit Viebrock - stellt Euch mal vor, Ihr müsstet jedes Gewerk einzeln vergeben und das wären dann "solche" Leute. OMG!

    Also, wie Helge sagt, tief durchatmen und weiter...

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  3. @ Helge: Wenn einem dann noch die Hitze auf den Schädel knallt ist tief durchatmen noch mal schwieriger. ;) Und man ist durch Viebrock echt verwöhnt und regt sich dann noch mal mehr auf.

    @ Steffi und Chris: Glücklicherweise liegt Rinas Axt immer noch im Büro, sonst hätten wir für nichts garantiert. Und das andere Szenario (nur solche Leute auf der Baustelle) möchten wir uns gar nicht ausmalen. Da kriegt man doch einen Herzriss! Von daher *klopfaufsholz*!!!

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  4. P.S. Persönlicher Dank von Rina für das Albtraum mit b. Wenn ich das mit p lese, schüttelt's mich. :)

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