Sonntag, 14. Februar 2010

Wohin bloß mit dem Wasser – unser Garten nimmt Formen an

Kommen wir mal wieder zum Lieblingsthema unserer Nerven: Die Entwässerung auf unserem Grundstück. (Wer hierüber nicht im Bilde ist: Der Eintrag „Die ersten dunklen Wolken am Bauhimmel“ berichtet u.a. hierüber.) Natürlich sollte es nicht bei der zuletzt beschriebenen Lösung, der 20 m langen Versickerungsmulde bleiben. Es wäre ja auch zu schön gewesen! Leider machte uns hier aber unser toller Boden einen gründlichen Strich durch die Rechnung.

Wir hatten nämlich inzwischen einen Gartenlandschaftsbauer hinzugezogen, u.a. weil dieser uns die Mulde bepflanzen und optisch schön in den Garten integrieren sollte. Zudem war uns auch bewusst, dass die Arbeiten für die notwendige Bodenverbesserung, damit in unserem Garten auch alles schön wachsen und gedeihen wird, viel zu umfangreich werden würden, als dass wir sie allein hätten stemmen können. Außerdem sind wir auf diesem Gebiet auch einfach komplette Laien. Ein paar Pflanzen auf Balkonien sind nun mal etwas grundsätzlich anderes als ein 910 m² großes Grundstück, vor allen Dingen bei unseren Bodenverhältnissen.

Natürlich lassen sich Gartenlandschaftsbauer ihre Arbeit ordentlich bezahlen, aber in unserem Fall lohnt sich die Rechnung mit Sicherheit: Lieber lassen wir uns den Garten einmal ordentlich anlegen und pflegen ihn anschließend, als ansonsten im schlimmsten Fall den Pflanzen dabei zuzusehen, wie sie der Reihe nach eingehen oder tagtäglich in einen Garten zu blicken, der einfach nur schrecklich aussieht. Das wäre auf lange Sicht dann doch teurer. Und was nützt das schönste Haus, wenn das Grundstück aussieht wie „gerupft“?

Unser GaLa-Bauer ist bisher ein echter Glücksgriff, weil er unsere Ideen und Wünsche so gut verstanden hat, dass er diese in einen Entwurf verwandelt hat, der uns direkt überzeugt hat. Das wird einem GaLa-Bauer wohl auch nicht so häufig passieren, dass ein Kunde den ersten Entwurf sofort absegnet! Zudem ist er wirklich sehr engagiert und war nach unserem ersten Treffen am Grundstück noch zweimal selbständig dort und hatte sich auch mit unserer Nachbarin zur linken Seite schon über die Bodenverhältnisse unterhalten. Dabei kam übrigens endlich mal etwas Positives über unseren Boden heraus: Der lehmige Boden speichert das Wasser so lange, dass unsere Nachbarin wohl nur 2-3x im Jahr gießen muss. Ein Garten für Faule also. :) Jedenfalls, was das Gießen angeht. Es gibt ja noch genug andere Dinge zu tun.

Bei seinem zweiten Besuch hatte unser GaLa-Bauer dann die Versickerung getestet, um festzustellen, ob wir denn auch tatsächlich mit der Versickerungsmulde arbeiten können. Können wir nicht, wie sich heraus stellte! Also standen wir wieder am Anfang unserer Überlegungen. :( Der GaLa-Bauer hatte hierzu ein Loch ausgehoben und Wasser aus dem Bach in unserer direkten Nähe geschüttet. Zunächst sank der Wasserspiegel wohl recht schnell um ca. 3 cm, aber dann tat sich gar nichts mehr.

Das sah dann so aus:

 

Das Bild hat uns unser GaLa-Bauer netterweise zur Verfügung gestellt. Auch bei seinem Besuch im Januar hatte er schon ein paar Bilder gemacht, z. B. auch von einer weiteren Pfütze.


Wie man auf beiden Bildern sieht, bleibt das Wasser einfach stehen. :(

Hier auch noch ein aktuelles Bild von unserem Grundstück vom Januar, als kurzfristig mal der Schnee geschmolzen war. 


Aktuell liegt wieder Schnee, wie man auf dem Bild vom Versickerungstest unschwer erkennen kann. Sieht im Moment ein wenig „wild“ aus. Nun ja, diese Aufnahme kann man gut für einen Vorher-Nachher-Vergleich nutzen. ;)

Da wir nun immer noch nicht wussten, wie wir die Versickerungsfrage lösen sollten, hat Paddy mal wieder die Leitungen glühen lassen und ein paar Telefonate geführt. Herr V., unser Ansprechpartner vom Kreis, verwies ihn auf Herrn B. von der Stadt Leopoldshöhe, zuständig für alle Fragen rund ums Abwasser. Bei diesem Telefonat stellte sich nun heraus, dass wir nicht die Erlaubnis bekommen würden, das Regenwasser per Rohr in den Versickerungsgraben, der vor den Grundstücken entlang läuft, zu leiten. Herr B. bestritt sogar, dass andere das Wasser dort hineinleiten würden. Komisch, dass wir dann schon gesehen haben, wie das Wasser schwallartig durch den Graben lief, als wir am Grundstück waren! Heißt also: Offiziell weiß keiner davon, aber inoffiziell haben eben alle vor uns schön die Verrohrung entsprechend angelegt, dass ihr Regenwasser in den Graben fließt (daher auch die schwallartigen Wasserströme).

Herr B. gab dann aber trotzdem noch einen Hinweis, der uns zu unserer neuen Lösung führen sollte: Ein Rohr in den Graben wäre zwar nicht erlaubt, man könne aber die Versickerungsmulde so anlegen, dass sich das überschüssige Wasser auf „natürliche Weise seinen Weg in Richtung Seitengraben sucht“. Ahaaaaa! Im Grunde genommen halten sich die Herren von der Stadt auch selbst zum Narren, oder? Aber was will man machen, folgen wir also brav den Vorschriften.

Paddy hat dann nach dem Gespräch mit Herrn B. wieder mit unserem GaLa-Bauer gesprochen und zusammen mit ihm folgende Lösung erarbeitet: Vor unserem Haus wird ein größeres Versickerungsgebiet angelegt, welches über einen Regensammelschacht verfügt. In diesen Schacht wird über Rohre das Wasser geleitet, das über die Regenrohre vom Dach herunter strömt. Über dieses Versickerungsgebiet wird dann mit entsprechendem Gefälle das Regenwasser frei in den Graben geleitet, d.h. ohne Verrohrung.

Versickerungsgebiet vorm Haus hört sich jetzt natürlich nicht wirklich toll an! Mit entsprechender Bepflanzung nimmt man die Funktion aber überhaupt nicht wahr, sondern sieht einfach eine schön bepflanzte Fläche. Oberhalb sieht man lediglich die Verschlüsse des Regenschachts sowie des Schachtes, in welchem unsere vorgeschriebene Abwasserpumpe sitzen wird, und welchen wir nun ebenfalls hierhin gesetzt haben. Das Gebiet wird wasserfreundlich mit Farnen, Binsen und Gräsern bepflanzt. Lustigerweise fanden wir eine solche Bepflanzung sowieso schon immer schön und hatten überlegt, wie wir diese gut in unseren Garten integrieren können. :)

Jetzt muss nur noch die Stadt diese Version absegnen. Herr D. von Viebrock will sich darum kümmern. Also drückt uns die Daumen!

Hier aber jetzt erst einmal ein Entwurf unseres Gartens, der uns direkt so gut gefallen hat:


Vorne rechts das besagte „Feuchtgebiet“. ;) Unsere Vorgabe für den Garten war, dass wir ihn gerne möglichst „organisch“ hätten, d.h. keine strengen geometrischen und gradlinigen Verläufe. Außerdem nicht zu viel zusammenhängende Rasenfläche. Wir haben zwar jetzt immer noch eine Rasenfläche von 300 m², da diese sich aber durch das Grundstück schlängelt und immer wieder optisch von Bepflanzungen „zurückgedrängt“ wird, wirkt diese doch sehr viel kleiner. Je länger man auf die Rasenfläche schaut, desto mehr erinnert sie irgendwie an ein Tier und wirkt richtig lebendig, findet ihr nicht? ;) Und mal wieder haben wir festgestellt: Meine Güte, haben wir einen großen Garten! Oder wie Rinas Kollege sagte, der gerade in sein neues Haus gezogen ist: „Ich glaube, unser kompletter Garten ist kleiner als euer Vorgarten.“ ;)

Sehr schön finden wir auch die große runde Terrasse von 38 m². Diese möchten wir aber nicht wie hier skizziert mit großen Platten pflastern lassen, sondern mit kleineren Steinen in verschiedenen Größen / Formaten, analog dem restlichen Pflaster. Auch hier möchten wir keine zu strengen, geometrischen Strukturen, die große Platten erzeugen würden. Wir hatten auch erst mit einer Holzterrasse geliebäugelt, diese dann aber als zu pflegeintensiv verworfen. Natürlich kann man eine Holzterrasse auch einfach in Würde altern lassen, uns gefällt der typische gräulich-verblasste Ton, den Holz mit der Zeit annimmt, aber nicht so gut.

Als Pflastersteine stehen uns momentan Castello Pflastersteine oder Teutoburger Pflaster zur Auswahl, wobei die erste Variante etwas günstiger ist und von uns auch favorisiert wird. Die Farbe wird wahrscheinlich in Richtung Anthrazit gehen, vielleicht noch mit einer Nuance Rot. Ein zu rotes Pflaster würde nicht so gut zu unserem Klinker passen und schließlich haben wir ja auch dunkle Dachpfannen. Außerdem hat uns unser GaLa-Bauer ein Referenzbild mit genau diesem Farbkontrast gezeigt, der uns gut gefallen hat. Die endgültige Farbwahl werden wir aber sowieso erst treffen, wenn das Haus verklinkert ist, in dem wir Muster gegen den Klinker halten.

So sieht übrigens Castello-Pflaster aus:

 

  
Quelle: Siekmann Steinsysteme aus Bielefeld

Wie man sieht ein recht natürlicher Stein mit unregelmäßigen Rändern.

Und hier auch noch das Bild unseres GaLa-Bauers vom erwähnten Farbkontrast roter Klinker mit dunklem Dach und dunklem Pflaster.


Weitere kleinere Änderungen zu dem Entwurf sind, dass wir vorne ein Eingangspodest haben werden, und keine Betonstufen. Hierdurch wird auch der angedachte Kreis entfallen, weil dieser mehr Raum bräuchte, um zu wirken. Das Eingangspodest soll auch halbrund, passend zum Verlauf des Versickerungsbereichs sein. Auf den Kies neben der Haustür stellen wir übrigens große Töpfe mit Pflanzen.

Auch die beiden anderen Betonstufen entfallen. Den kleinen Schritt hinaus schaffen wir auch so. ;) Unter den Fenstern ist ja noch eine „Klinker-Trittstufe“ und der Höhenunterschied zum Weg dann nicht mehr wirklich groß.

Übrigens haben wir Viebrock auch schon mitgeteilt, dass wir ein Eingangspodest planen, weil sie dann die Reihe Klinker unten an der Tür weglassen, damit man mit dem Podest direkt an der Tür abschließen kann, was optisch einheitlicher aussieht.

Zu unserem Glück hat unser Nachbar zur linken Seite sein Grundstück schon gut gegen neugierige Blicke abgesichert. ;) Daher müssen wir an der linken Seite nur pflanzen und keine Steine, Zäune o.ä. setzen. Eventuell werden wir die Seite der Winkelstützen des Nachbarn, die zu uns zeigt, neu streichen, weil sie schon nicht mehr so schön aussieht.

Ach ja: Die „Hochebene“ auf unserer Skizze meint lediglich, dass unser Grundstück bis dorthin um 2 m im Vergleich zur Straße angestiegen ist. Merkt man aber gar nicht wirklich, wenn man sich auf dem Grundstück selbst befindet.

Im Folgenden auszugsweise ein paar Mengenangaben von Materialien, die verarbeitet werden sollen, damit man vielleicht besser verstehen kann, warum wir das nicht bewerkstelligen können.

Für die Bodenverbesserung:
26 t Wesersand, 12 m³ Düngekompost, 28 m³ Bodenmeloriationsmittel

Für die Vegetation, u.a.:
500 Stauden, 12 Sträucher, 12 Kirschlorbeer, 3 Bäume, 100 Gräser, 12 Farne, 9 Binsen, 50 Blumenzwiebeln…
Allein für die Pflanzarbeiten wurden 18 Akh (Arbeitskraftstunden) einkalkuliert.

Ganz zu schweigen von den ganzen Pflasterarbeiten!

Fazit: Wir brauchen Hilfe!

Eine andere Baustelle, über die wir schon berichtet hatten, war ja die zu errichtende Überfahrt über den Versickerungsgraben. Hier stand noch die Antwort aus, wie viele Meter wir denn nun „dicht“ machen durften. Leider war der zuständige Ansprechpartner Herr O. auch noch eine Woche krank, sodass sich die Antwort verzögerte. Und seine Vertretung sorgte zusätzlich noch für gedrückte Stimmung, da angedeutet wurde, dass wir wohl nur 3-4 m zumachen dürften. Dies stellte sich nach Rückkehr von Herrn O. glücklicherweise als Irrtum heraus, da dies für einen Einzelcarport gegolten hätte. Da wir aber ein Doppelcarport haben, wurde uns nun eine Rohrsohlenlänge von 9 m genehmigt. Zur Genehmigung gab es übrigens ein Pamphlet mit allen möglichen Vorschriften bzgl. Verrohrung, Pflaster etc., die zu beachten seien. Wie gut, dass wir dieses Schriftstück einfach weiterreichen konnten und damit nichts zu tun haben werden. ;)

Ein kleines Ärgernis gibt es aber noch bei dieser Angelegenheit: Wir dürfen wieder für andere mit büßen und müssen wahrscheinlich einen Kontrollschacht setzen, damit man im Zweifelsfall auch an die Verrohrung kommt, falls irgendetwas verstopfen sollte. Ist ja generell in Ordnung, aber nicht, wenn wir wieder die Einzigen sind, die so etwas haben müssen. Aber ändern kann man auch hieran nichts.

Hier auch noch ein Bild vom Versickerungsgraben sowie der Überfahrt des Nachbarn zur linken Seite. Dahinter sieht man so gerade eben noch hinter dem Schneeberg die Überfahrt des nächsten Nachbarn, natürlich auch ohne Kontrollschacht.


Vielleicht sollten wir unseren Nachbarn vorschlagen, dass wir uns die Kosten für den Kontrollschacht teilen. Das macht bestimmt einen guten ersten Eindruck. ;)) Wie war das noch mal mit dem Galgenhumor…

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