Samstag, 11. Juni 2011

Kampf dem Kalk!

Bevor wir in Kürze davon berichten, was sich alles seit dem letzten Blogeintrag in und um unser Zuhausehaus herum getan hat, wollen wir heute unsere neuste technische Errungenschaft vorstellen, die seit ein paar Wochen ihren Platz in unserem HWR gefunden hat: eine Wasserenthärtungsanlage. Leider – mal wieder – ein ungeplanter größerer Kostenfaktor, aber unbedingt notwendig!

Warum? Inzwischen wohnen wir seit mehr als acht Monaten in unserem Haus – und ich glaube, wir haben noch nie so viel Zeit mit dem Putzen von Sanitärobjekten verbracht! Das Wasser in Leopoldshöhe ist wirklich dermaßen hart, dass man gezwungen ist, den Wasserhahn nach jedem Händewaschen komplett abzutrocknen sowie jeden Morgen die Dusche von oben bis unten zu wienern. Ansonsten sieht das Ganze nämlich einfach nur schmuddelig und furchtbar aus!

Nach nur einem Duschvorgang konnte man vor Einbau der Enthärtungsanlage dieses Ergebnis bestaunen, wenn man die Armatur nicht sofort abgetrocknet und blank gewienert hat:


Am Wasserhahn zeigte sich sehr schön, dass man wirklich alle Stellen sehr gründlich putzen musste, denn sobald man etwas nicht richtig erwischte oder übersehen hatte, setzt sich ein zahnpastaähnlicher Belag ab:


Wie man sieht: Oben hingebungswohl blank gewienert, unten bäh!

Das Wasser in Leopoldshöhe hat einen Härtegrad von 24 – 25 °dH! Was das genau bedeutet? Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG) definiert seit Mai 2007 drei Härtebereiche in Abhängigkeit von der Konzentration der Kationen von Erdalkalimetallen (im Wesentlichen die „Härtebildner“ Calcium und Magnesium) im Wasser. °dH steht für Grad deutscher Härte.

Die Härtebereiche sind wie folgt eingeteilt:
weich: weniger als 8,4 °dH
mittel: 8,4 bis 14 °dH
hart: mehr als 14 °dH

Aus dieser Einteilung wird relativ deutlich ersichtlich, dass der Härtegrad in Leopoldshöhe jenseits von Gut und Böse ist! Zum Vergleich: Bielefeld, unsere alte Heimat, gehört noch zum Härtebereich mittel mit ca. 11-13 °dH. Wir haben die Gesamthärte durch unseren Umzug also mal eben verdoppelt. :(

Mit möglichen Gegenmaßnahmen hat sich die Gemeinde sogar schon ausführlich beschäftigt – siehe diese Presseinfo – mit dem Ergebnis, dass sich der Wasserpreis exorbitant erhöhen würde. Und man sich jetzt erst mal quasi vertagt hat. Wir hätten aber auch nicht wirklich große Lust, mindestens 1 EUR/m³ Wasser mehr bezahlen zu müssen…

Für den Körper ist dermaßen hartes Wasser generell unproblematisch. Unser Körper benötigt ja sogar unbedingt Magnesium und Calcium, allerdings wird dieser Bedarf gänzlich bzw. größtenteils durch die tägliche Nahrungsaufnahme gedeckt, sodass es leider kein gesundheitlicher Vorteil ist, wenn man eine höhere Konzentration von Magnesium- und Calciumionen im Wasser hat. ;)

Zum Problem werden diese Wasserbestandteile, wenn im Rahmen einer chemischen Reaktion Kalk ausgefällt wird und es zu Ablagerungen kommt. Dies geschieht stark vermehrt ab einer Wassertemperatur von 60 °C.

Wen’s genauer interessiert, der folge uns nun in den Chemieunterricht. ;) Hat mich vorher auch nie interessiert, was Kalk überhaupt genau ist und wie er ins Wasser kommt. Aber wenn er einen dann dermaßen ärgert…

Kalk  ist übrigens nur ein umgangssprachlicher Begriff. Fachsprachlich korrekt heißt er Calciumcarbonat (CaCO3). Und so gelangt er ins Wasser:

Quelle: Harzwasserwerke

Kalk wird also auf dem Weg des Wassers ins Erdreich aus den Gesteinsschichten ausgewaschen und befindet sich als gelöstes Calcium und Carbonat im Wasser. Letzteres bindet sich mit einem Wasserstoffatom der Kohlensäure zum so genannten Hydrogencarbonat. Der Kalk wurde also so in seine Bestandteile zerlegt und das Carbonat wird „in Lösung gehalten“. Je mehr Kohlensäure im Wasser, desto mehr Kalk kann „nachrutschen“.

Wird das Wasser nun erwärmt, gast die Kohlensäure aus, d.h. sie wird wieder frei. Das Hydrogencarbonat muss sein Wasserstoffatom wieder abgeben. Das hat zur Folge, dass das verbleibende Carbonat sich wieder mit dem im Wasser gelösten Calcium verbinden muss. Die Konsequenz: Der entstandene Kalk „fällt aus“ und kann sich im Leitungssystem, auf Armaturen, etc. ablagern.

Alles ganz einfach, oder? ;) Das eigentliche Problem entsteht also durch die Erwärmung des Wassers. Da wir aber u.a. alle gerne eine warme Dusche genießen möchten, kommen wir darum leider nicht herum.

Damit man sich das ganze Szenario noch ein bisschen besser vorstellen kann, hier verschiedene Zahlen, die uns bei unserer Recherche begegnet sind:
  • Bei einem Härtegrad von 16°d und einem monatlichen Wasserverbrauch von 10 m³ (als durchschnittlich angenommener Verbrauch für 3 Personen) gelangen pro Jahr bis zu 30 kg und mehr Kalk in das Installationssystem.
  • Schon eine 1 mm dicke Kalkschicht auf den Heizflächen steigert den Energieverbrauch um 10 Prozent. Kalk ist nämlich ein schlechter Wärmeleiter und es entsteht eine regelrechte Kalk-Wärme-Sperre (KWS).

Hier noch zwei Grafiken zu diesem Thema:


Mal abgesehen von der bereits erwähnten optischen Beeinträchtigung, hat dermaßen hartes Wasser, wie wir es hier haben, natürlich eine Reihe von anderen Nachteilen, die u.a. hier exemplarisch zusammengefasst wurden:
  • Die Wärmeleitung zwischen zu erwärmenden Trinkwasser und dem Wärmetauscher wird erschwert. Die Erwärmung dauert länger bzw. erfolgt auf eine niedrigere Temperatur. (Kalk ist, wie schon erwähnt, ein schlechter Wärmeleiter!)
  • Reduktion des Querschnitts und damit Erhöhung des Druckverlusts im Wärmetauscher (je nach Querschnitt)
  • Insbesondere bei größeren verkalkten Flächen in einem Wasser-Temperaturbereich von 25-35 °C können sich in den Kalkablagerungen Legionellen einnisten, die Wasserhygiene kann beeinträchtigt werden.
  • Leitungssysteme, Armaturen, Heizstäbe in Haushaltsgeräten z. B. Wasserkocher verkalken und die Lebensdauer wird ggf. verkürzt.
  • Es wird mehr Waschmittel für die gleiche Waschleistung erforderlich
  • Der Geschmack von Tee und Kaffee wird beeinträchtigt.
Ich möchte noch ergänzen, dass man den Kalk teilweise gar nicht mehr ordentlich mit normalen Putzmitteln entfernen konnte und zu speziellen Mitteln greifen musste. Umweltfreundlich ist das nun wirklich nicht und gut für die Haut auch nicht, wenn man keine Handschuhe anzieht.

Unser Wasserkocher sah in der Tat nach sehr kurzer Zeit völlig unappetitlich aus und musste permanent entkalkt werden. Bzw. hatten wir ganz schnell unseren BRITA Wasserfilter im Dauereinsatz. Selbst die Kater bekamen nur noch gefiltertes Wasser, weil sich ansonsten sofort ein Kalkrand im Napf absetzte.

Wäsche wurde nur noch mit Zusatz von Calgon-Tabs gewaschen bzw. musste man ohne Calgon-Tabs entsprechen mehr Waschpulver nehmen.

Die Spülmaschine musste auch entsprechend umgestellt werden, denn für ein gutes Reinigungsergebnis wird weiches Wasser benötigt. Die Spülmaschine ist zwar schlau und sorgt selbst für weiches Wasser.
Hierzu enthärtet sie das Wasser mit Hilfe eines Ionenaustauschers, die die Calcium- und Magnesiumionen bindet (also die bösen Ionen ;)) und durch Natriumionen ersetzt und somit den Härtegrad des Wassers senkt. Das Regeneriersalz (Natriumchlorid) sorgt dafür, dass die Aufnahmefähigkeit des Ionenaustauschers für Calcium- und Magnesiumionen erhalten bleibt.
Je höher der Härtegrad (und somit umso mehr Calcium- und Magnesiumionen) jedoch ist, desto mehr Regeneriersalz „frisst“ die Spülmaschine natürlich. Hartes Wasser benötigt etwa 5-10x so viel Salz wie Wasser mit einem mittleren Härtebereich!

Es ist übrigens ein anscheinend verbreiteter Irrtum, dass sich in Kunststoffleitungen (haben wir ja) kein Kalk ansetzen kann. Es gibt an den Verbindungsstücken strömungstechnisch ungünstige Bedingungen, die zum Kalkansatz und schließlich, auf der Warmwasserseite innerhalb von schon ein bis zwei Jahren zum Verschluss bzw. zum Rohrinfarkt führen können.

Das harte Wasser war zudem sehr unangenehm für die Haare. Zwischen Weihnachten und Silvester haben wir einen Kurzurlaub gemacht und offensichtlich weicheres Wasser genießen dürfen, da wir beide uns nach der ersten Dusche erstaunt und begeistert geäußert haben, wie gut sich doch unsere Haare anfühlen. Das harte Wasser macht die Haare irgendwie strohiger / spröder, schwerer kämmbarer… trotz Haarspülung / Haarkur!

Da wir gerade beim Thema Duschen sind: Nach etwa 6 Monaten hatte es der Kalk auch geschafft, unsere Rainshower zu schrotten! Trotz kontinuierlichem gründlichen Putzens – die Silikonnoppen, aus welchem das Wasser ausstrahlt, kann man ruhig kräftig abrubbeln – und Entkalkungsversuchen!

Zuerst hatte sich nur das Strahlungsbild verändert, wodurch das Duschen schon nicht mehr wirklich angenehm war. Denn die Wasserstrahlen standen immer mehr in verschiedenen Richtungen auseinander, aus einigen Öffnungen kam gar kein Wasser mehr, was wiederum dazu führte, dass die verbliebenen Wasserstrahlen teilweise unerträglich hart waren. Schlussendlich baute sich dann im Duschkopf ein derart hoher Wasserdruck auf, dass es irgendwann „Poff!“ machte und uns eine Schraube desselben um die Ohren flog. Sie ließ sich auch nicht wieder anschrauben, da das Gewinde kaputt war.

Inzwischen haben wir einen neuen Duschkopf von Grohe bekommen. Der Servicetechniker staunte nicht schlecht, als er sich unsere Rainshower ansah. So etwas hätte er auch noch nicht gesehen. Als ich ihm von unserem Härtegrad berichtete, dass wir jetzt aber eine Entkalkungsanlage haben und dies nicht mehr vorkommen sollte, meinte er auch, dass wir bei derart hartem Wasser genau richtig gehandelt hätten.

Übrigens gab er noch den Hinweis, dass der Duschkopf bei Rainshower-Duschen immer leicht schräg hängen sollte, da das Wasser aus diesem dann wesentlich besser abläuft und so die Kalkbildung ebenfalls reduziert wird. Bei uns hing der Duschkopf aber immer schräg, hat nur leider trotzdem nichts genützt. :( Aber dies trotzdem als Tipp für alle Rainshower-Besitzer.

Aufgrund all dieser praktischen und eher abstrakteren Tatsachen waren wir uns einig, dass wir mit diesem Zustand einfach nicht leben können. Und schon waren wir wieder mittendrin in der Recherche, um das für uns beste System zu finden, um dem Kalk den Garaus machen zu können. Man fühlte sich fast schon wieder wie in der Planungsphase, als man mit allen möglichen neuen Themen konfrontiert wurde und erst mal wie wild recherchiert hat, um auch eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können. ;)

Hier eine Übersicht vorhandener Technologien zur Bekämpfung des Kalkproblems:


Wir haben uns die folgenden Geräte genauer angesehen:
Diese beiden Technologien haben uns nach all dem, was wir gelesen hatten, am meisten überzeugt. Auf der Messe Haus-Garten-Touristik in Bad Salzuflen haben wir uns die beiden dann auch live präsentieren und uns ausführlicher beraten lassen.

Schlussendlich haben dann folgende zwei Aussagen bewirkt, dass wir uns für die JUDO i-soft safe entschieden haben:

Wir haben mehrfach gelesen bzw. auch von Fachleuten (u.a. unserem Heizungsgutachter) gehört, dass es bei einem so hohen Härtegrad, wie er bei uns vorliegt, empfehlenswert ist, einen Ionentauscher einzusetzen. Der eben nicht nur die im Wasser befindlichen Ionen veranlasst, sich weniger stark in Leitungen und auf Armaturen abzusetzen, sondern der die „bösen“ Ionen gleich komplett „raus schmeißt“.

Zudem gab es folgenden Hinweis, den die Beraterin des Biocat-Produkts selbst gegeben hat, den man aber auch in deren Broschüren findet:

Was Sie wissen sollten: Ein Biocat-Gerät nimmt dem Kalk seine Aggressivität. Dort, wo Trinkwasser verdunstet, bleiben bedauerlicherweise Mineralstoffe, so auch Kalk als sichtbare Flecken auf den Armaturen, Wasserkocher und Fliesen zurück. Diese können - und das bestätigen uns die vielen Anwender - durch einfaches Abwischen beseitigt werden. Kurz: Wir können Ihnen das einfache Putzen leider nicht ersparen!

Die zuletzt genannte Aussage ist dann im Gegensatz zu ersten eher emotional zu bewerten, hatte jedoch große Wirkung: Selbst wenn man durch den Einsatz des Biocat-Geräts besser putzen kann und sich wahrscheinlich die Spezialreinigungsmittel spart und sich wohl auch die Häufigkeit des Putzens senken wird – wir hatten einfach keine Lust mehr, uns mit den Kalkflecken zu beschäftigen!

Von daher: Herzlich willkommen JUDO i-soft safe! :)

Diese zog am 19.04. in unseren HWR ein. Glücklicherweise fanden wir hierfür in unserer „Technik-Ecke“ noch einen Platz. (Unser HWR ist ja L-förmig und um den Knick herum, d.h. von der Tür aus gar nicht einsehbar, tummeln sich dann Wärmepumpen, Sicherungskasten, Photovoltaiksteuerung und Steuerung der Abwasseranlage.) Ursprünglich wollten wir diese nämlich direkt beim Wasseranschluss platzieren, was aber zur Folge gehabt hätte, dass sich der Weg in den HWR ungünstig verschmälert hätte und man immer hätte aufpassen müssen, nicht versehentlich gegen die Enthärtungsanlage zu laufen.
Unser Installateur kam dann auf die Idee, doch lieber ein paar Leitungsrohre mehr durch den HWR vom Wasseranschluss in die hintere Ecke zu verlegen, um die Enthärtungsanlage so gekonnt verschwinden zu lassen.

Gesagt, getan und so sieht es nun in unserem HWR aus:

Hier geht’s los mit den Rohren… äh... mit dem Kater an den Rohren... ;)


Bild ohne Kater.


Anschließend geht's um die erste Ecke (unsere Duschnische im angrenzenden Gäste-Bad) herum…


…bis die Rohre schließlich in unserer „Technik-Ecke“ landen.


Wegen Überfüllung geschlossen. :) Die Perspektive täuscht übrigens. Das Ausdehnungsgefäß (der kleine weiße Behälter), das unter der Abluft-WP hängt, könnte man im Bedarfsfall noch entfernen, er ist nicht zugebaut worden.

Rechts hängt nun quasi die Steuerzentrale der JUDO-Anlage mit Display.


Ein Härtegrad von 8 °dH anstatt 24-25 °dH! Himmlisch!

An diesem Display kann man den gewünschten Härtegrad einstellen, erhält Service-Infos oder kann den Wasserfluss wieder freigeben, falls dieser gestoppt wurde. Will man grundsätzliche Einstellungen verändern – unsere Anlage ist momentan auf den Wasserverbrauch von zwei Personen eingestellt – muss man die Haube der Steuereinheit abnehmen. Dort sieht es eigentlich so ähnlich aus wie in einem PC: Es gibt verschiedene Steckplätze, die man je nach gewünschter Einstellung belegen kann. Generell muss man hier also nur mal alle Jubeljahre ran und die Anlage bedient sich quasi von selbst.

„safe“ ist unsere Variante der JUDO-Anlage übrigens, weil sie einen Leckageschutz zur Absperrung des Leitungswassers bei Überschreitung der eingestellten Grenzwerte (max. Wassermenge, Wasserdurchfluss, und max. Entnahmezeit) hat. D.h. wenn es mal einen Rohrbruch geben sollte, merkt die JUDO das und sperrt zu! Auch wenn man in den Urlaub fährt, stellt sie sich nach zwei-drei Tagen ab, weil sie merkt, dass kein Wasser mehr verbraucht wird und die Hausherren wohl nicht zu Hause sind.

Einziger „Nachteil“, dieser Funktion: Wenn man Rasensaat bzw. neuen Rasen wirklich sehr ausgiebig wässert, denkt die schlaue JUDO irgendwann, dass so ein hoher Wasserverbrauch aber nicht mit rechten Dingen zugehen kann und sperrt mal eben ab. Das ist aber auch schnell behoben, indem man in den HWR läuft und die Anlage wieder entriegelt. Aber so konnten wir sehen, dass der Schutz definitiv funktioniert!

Der Behälter links daneben auf dem Boden ist der Salzvorratsbehälter. So sieht es in diesem aus:


Nein, das sind keine Marshmallows. :) Sondern die Salzpellets. Wie schnell wir diese verbrauchen werden, können wir momentan noch nicht sagen. Das Regeneriersalz bekommt man in Säcken von ca. 25 kg. Mit dieser Menge sind laut JUDO mindstens 100 Regenerationen möglich.

Regeneriersalz? Genau, da war doch was – siehe Spülmaschine!

JUDO erklärt die Funktionsweise wie folgt (Quelle):

Die Filterbehälter sind mit Ionenaustauscherharz gefüllt. Dies sind kleine Kunstharzkugeln, an denen die Calciumionen, welche das Wasser „hart“ machen, gegen Natriumionen ausgetauscht werden. Das Wasser wird dadurch weich. Das Ionenaustauscherharz nimmt jedoch nur eine begrenzte Menge dieser Härtebestandteile auf. In Abhängigkeit von der Wasserhärte und der behandelden Wassermenge ist es früher oder später erschöpft. Der Erschöpfungszeitpunkt wird mit dem Wasserzähler erfasst und die Regeneration automatisch eingeleitet. Dabei werden mit verdünnter Salzsole (Natriumchlorid) die Härtebestandteile wieder aus dem Harz entfernt.

Auch während der Regeneration kann man weiter weiches Wasser entnehmen, denn die JUDO ist eine Parallelanlage mit zwei Filterbehältern, die während der Regenerationsphase abwechselnd die Weichwasserversorgung übernehmen. Die Regerationsdauer beträgt 10 Minuten für jeden Filterbehälter. (Gemäß Aussage von JUDO ist dies sehr kurz.)

Wenn ich mich recht entsinne, wurde uns gesagt, dass wir für das Salz keine 50 EUR im Jahr ausgeben müssen. Wir werden das natürlich im Auge behalten!

Der aufmerksame Leser hat vermutlich bemerkt, dass neben der JUDO noch ein neues Gerät in unseren HWR eingezogen ist: die JUDO PROMI Hauswasserstation.


Diese Entscheidung hat eine weitere Vorgeschichte: Von der Firma Wendt wurde uns damals aufpreispflichtig sowohl ein Druckminderer als auch ein Drufi (Druckminderer mit Filter) angeboten, wobei letzterer um Einiges teurer war. Man sagte uns jedoch, dass ein Drufi eigentlich nur in Neubaugebieten notwendig sei, wo es noch sehr viele Schmutzausschwemmungen aus den Leitungen geben könne. Da wir in einer Baulücke in einer alt eingesessenen Straße bauen, wäre dies nicht notwendig und ein Druckminderer reicht.

Leider konnten wir aber besonders in unseren WCs immer wieder sehr deutliche Schmutzablagerungen sehen. Nicht wirklich lecker!

Leider wurden wir mit verschiedenen Auslegungen der DIN 1988, Teil 7, konfrontiert: Die einen (z. B. JUDO) sagen, Schutzfilter sind nur bei metallenen Leitungen Pflicht, die anderen, dass dies auch für Kunststoffleitungen gilt. Da Firma Wendt die erste Auffassung vertritt, konnten wir leider auch keine kostenfreie Nachinstallation einfordern.

Also haben wir eben in den sauren Apfel gebissen und hierfür auch noch mal Geld ausgegeben (wobei dieser Betrag natürlich im Vergleich zur Enthärtungsanlage gering ist) und haben nun einen überflüssigen Druckminderer, den wir nicht mehr brauchen. Falls jemand Interesse hat... ;) Das hätte man auch gleich anders haben können. Also, liebe Häuslebauer, lasst Euch gleich einen Drufi oder eine Hauswasserstation einbauen!

Was macht die PROMI Hauswasserstation nun genau? Sie filtert Schmutzpartikel, reguliert den Wasserdruck und verhindert Rückfluss in das öffentliche Netz.

Ich zitiere mal wieder JUDO (Quelle):
Jedes Jahr werden tausende ungeschützte Wasserleitungen zerstört und Schäden an wertvollen Geräten und Armaturen verursacht. Die Ursache sind unter anderem kleinste Rost-, Schmutz- und Sandpartikel,die über den Wassereingang des Gebäudes ungehindert in die privaten Rohrnetze gelangen.

Die fatalen Folgen: Ohne einen schützenden Filter entstehen gefährliche elektrochemische Elemente. Diese führen zu Korrosion und Rostknollen bis hin zu Lochfraß und finalem Rohrbruch. Außerdem verursachen diese Partikel Funktionsstörungen an Armaturen, hochwertigen Sanitärgegenständen, Kontroll- und Regelorganen sowie an empfindlichen Geräten.

Noch wichtiger ist die menschliche Gesundheit. Daher fordern maßgebende Hygiene-Richtlinien saubere Rohrleitungssysteme ohne Korrosionspartikel.

Alles mehr als gute Argumente!

Die Druckminderung senkt einerseits die Wasserverbrauchs- und -energiekosten und schont andererseits Geräte und Armaturen.

Außerdem ist die Hauswasserstation auch noch intelligent: die integrierte Memoelektronik erinnert an die nächste Rückspülung, die manuell vorgenommen wird. Wir haben es uns bequem gemacht und müssen keinen Eimer unterstellen, sondern bei uns läuft das Wasser direkt in den Abfluss, der sowieso schon im HWR vorhanden war.

Jetzt sollte ja nichts mehr schiefgehen können, in Sachen Wasserqualität und –komfort!

Ein Wort noch zum Schluss:
Egal für welches Gerät man sich entscheidet, wichtig ist, dass es DVGW geprüft ist!

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) ist eine unabhängige Prüfstelle, die Systeme und Materialien verschiedenster Tests unterzieht. Es wird z. B. gemessen, ob Schadstoffe in das Trinkwasser abgegeben werden, ob die Materialien unterschiedlichen Wasserqualitäten standhalten oder ob Rohrverbindungen auch dauerhaft dicht sind bei mechanischer Beanspruchung. Quasi eine Art TÜV.

P.S. Im nächsten Beitrag gibt es wieder viiiiiiiiiiiiiiiel mehr Bilder. Der Garten ruft nämlich seit drei Monaten ganz, ganz laut und inzwischen blüht und gedeiht er auch ganz wunderbar! :) Auch in unserem Zuhausehaus hat sich Einiges getan was den Faktor Wohnlichkeit angeht. Mal sehen, wann und wie ich das auch noch unterkriege. Aber ich wäre ja nicht Rina, wenn ich keine weiteren Romane schreiben würde. ;)

Kommentare:

  1. Hi,
    danke für die ausführliche Abhandlung zum Thema Kalk! Wir bekommen die Biocat KS 3000. Es ist sicher interessant mal nach einem Jahr die Erfahrungen zu vergleichen.
    Viele Grüße

    AntwortenLöschen
  2. Immer gerne, sollten wir tun! :)

    Welchen Härtegrad habt ihr denn überhaupt, weißt Du das? Hoffentlich ist es bei Euch nicht ganz so schlimm!

    AntwortenLöschen
  3. Zitat Wirtschaftsbetriebe der Stadt:
    "Der Härtegrad des Trinkwassers beträgt 25,7°dH das entspricht dem Härtebereich "hart"."
    Also vergleichbar mit Leopoldshöhe.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Norbert,

      ich hatte einen Bericht über Kalkschutzanlagen gelesen und deinen Bericht.Wie ist deine Erfahrung mit dem Biocat KS3000?

      Löschen
  4. Hi,
    auch von mir ein DANKESCHÖN für die nette und informationsreiche Abhandlung zum Thema Wasserhärte. Wir haben zwar "nur" Härtegrade von 16-19°, aber ich überlege auch den Einbau einer Enthärtungsanlage.

    Viele Grüße
    Holger (kioni@web.de)

    AntwortenLöschen
  5. Moin,
    Habe eben sehr aufmerksam Euren Beitrag über die i-soft safe gelesen. Ich bin im Moment in der Planungsphase mir eine Entkalkungsanlage in unser Eigenheim einzubauen. 4 Geräte hatte ich in die nähere Wahl genommen und habe mich gestern für die SAFE entschieden. Eben sind mehrere Anfragen hinsichtlich Angebot verschickt worden. Hauswasserstation ist absolut richtig habe ich auch angefragt. Warum habt Ihr kein Umgehungsventil JQX montiert. Was geschieht wenn die SAFE ausfällt.
    Grüße aus Greifswald bei Wasserhärte 22°dH
    Michael

    AntwortenLöschen
  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen



  7. Rina und Paddy13. Februar 2013 08:23

    Hallo Michael,

    das Umgehungsventil haben wir einbauen lassen. Auf dem einen Foto sieht man hinter der Safe ein grünes Drehrädchen - das ist das Umgehungsventil.

    Bitte bei der Enthärtungsanlage auch im Hinterkopf behalten, dass hier jährliche Wartungskosten in Höhe von ca. € 150,00 anfallen. Firma Judo stellt hier entsprechende Wartungspakete zur Verfügung, die der Installateur nutzen sollte. Dreckablagerungen etc. müssen entfernt werden, damit die Anlage immer zuverlässig arbeitet. Wir werden jetzt nach 2 Jahren die erste Wartung machen lassen.

    Viele Grüße,
    Paddy

    AntwortenLöschen